Insomnien - Wenn das Einschlafen zur Herausforderung wird

Insomnien - Wenn das Einschlafen zur Herausforderung wird

Schlafstörungen gibt es in vielen Ausprägungen. Platt gesagt, bedeutet es, dass das Schlafen in irgendeiner Form beeinträchtigt ist. Früher nannte man sie Agrypnien, heute meist Insomnien (fehlender Schlaf) oder Hyposomnie (zu wenig Schlaf). Das System zur Klassifikation von Krankheiten ICD-10 unterscheidet zwei Gruppen der Schlafstörungen:

  • die nichtorganischen unter F51, wie zum Beispiel durch psychischen Stress oder äußere Einflüsse ausgelöste Schlafstörungen und
  • die organischen unter G47, zu denen auch die physiologisch bedingten und die Schlafapnoe gehören.


Die Klassifikation psychischer Störungen DSM-5 hat eine andere Sortierung und unterscheidet nicht als erstes nach der Ursache, sondern nach der Erscheinung in

  • Schwierigkeiten beim Einschlafen
  • Schwierigkeiten beim Durchschlafen
  • zu frühes Aufwachen ohne wieder einschlafen zu können


Um eine Schlafstörung richtig behandeln zu können, ist es wichtig, zu verstehen, was sie ist und wodurch sie ausgelöst wird.

Was ist eine Insomnie?

Klinisch gesprochen ist es die fehlende Erholsamkeit des Schlafs. Wenn Sie sich mindestens dreimal pro Woche über drei Monate nicht ausgeschlafen fühlen, obwohl genug Zeit zum Ausschlafen war, haben Sie Schlafprobleme, die man behandeln sollte.

Fühlen Sie sich tagsüber schläfrig, kraftlos, ohne Energie? Leidet Ihre Produktivität, Ihr Sozialleben darunter? Können Sie sich Dinge nur noch schwer merken und werden fahrig, nervös oder schnell von allem genervt? Können Sie abends nur schwer einschlafen oder werden nachts immer wieder wach? Kommen Sie morgens nur schwer in die Gänge? All das sind Fragen, von denen an Schlafproblemen leidende viele, wenn nicht sogar alle mit Ja beantworten werden. Wenn auch bei Ihnen der Schlaf einfach nicht mehr die Erholung bringt, die er sollte, dann lesen Sie bitte weiter.

Ursachen der Schlafstörung finden

1. Äußere Einflüsse

Manchmal ziemlich deutlich, oft aber auch relativ unbemerkt, können äußere Einflüsse zu Schlafproblemen führen. Besonders leicht beeinflussen unseren Schlaf

  • visuelle,
  • auditive und
  • taktile

Reize, also Reize, die wir sehen, hören oder fühlen. Oder Kaffee.
Insbesondere Licht, wie der Mond oder eine Straßenlaterne durch das Fenster oder grell beleuchtete Werbeschilder können unsere Augen daran hindern, sich für den Schlaf zu entspannen. Auch störende Geräusche, wie eine Baustelle, Musik oder eine nahe Autobahn können uns wach halten. Zu den taktilen Reizen zählt die unbequeme Matratze, das harte Kissen oder die zu warme Decke. Auch zu spätes Essen vor dem Schlafen kann Schlafprobleme verursachen.

2. Innere Einflüsse

Kommen äußere Einflüsse als Ursache der Schlafprobleme nicht in Frage, richtet sich der Blick nach innen. Innere Einflüsse lassen sich in zwei Kategorien einteilen:

  1. organische Auslöser
  2. nichtorganische Auslöser


Organisch bedingte Schlafstörungen werden durch Krankheiten oder Verletzungen des Körpers ausgelöst. Dies kann von offensichtlichen Gründen wie Zahn- oder Bauchschmerzen bis zu weniger offensichtlichen Gründen wie Störungen des Hormonhaushalts, des Herzens oder des Gehirns reichen. Die Schlafapnoe, also dass das selbstständige Atmen im Schlaf aussetzt, ist sogar eine eigenständige Krankheit. Auch das Restless-Legs-Syndrome ist ein organischer Auslöser eines gestörten Schlafes.

Nicht-organische Schlafprobleme sind vielfältig und können als Auslöser Stress, innere Unruhe und Nervosität bis hin zu Psychosen und Neurosen haben.
In harmloseren Fällen kann der Schlaf-Wach-Rhythmus einfach von denen anderer, umgebender Personen abweichen, man schläft später ein und steht später auf oder ist schon vor allen anderen im Bett und mit den ersten Sonnenstrahlen schon wieder auf den Beinen. Es gibt jedoch auch schwerere Fälle von Dyssomnie ("falsches Schlafen"), durch die bereits die Lebensqualität stark eingeschränkt ist. Sind organische und äußere Einflüsse als Ursachen ausgeschlossen, wird in der Seele weitergesucht.

Nicht jede Störung der Schlafqualität, für die man keine äußeren oder organischen Gründe findet, ist gleich eine psychische Störung. Angst und Stress können das Schlafen schon zur Herausforderung werden lassen, lange bevor sie zu sich zu einer Krankheit entwickeln. Insoweit ist eine Dyssomnie oft schon ein frühes Warnzeichen dafür, dass man etwas auf der Seele hat, was man verarbeiten sollte, um gar nicht erst krank zu werden. Wenn Sorgen oder Nöte, überwältigende Gefühle oder die Erlebnisse des vergangenen Tages auf der Seele lasten, kann auch das den Schlaf stark beeinträchtigen.

Neben den Dyssomnien gibt es die Parasomnien, das bedeutet, dass etwas während (para = neben) des Schlafs passiert, was die Schlafqualität stört. Zu den nichtorganischen Parasomnien zählen Schlafwandeln, wenn der Betroffene nachts das Bett verlässt, umhergeht oder sogar komplexe Tätigkeiten ausführt und sich beim Aufwachen an nichts mehr erinnern kann, die Nachtangst (Pavor nocturnus), bei der der Betroffene panisch schreiend erwacht, mit rasendem Herzen und oft sehr desorientiert ist und die Albträume. Jeder hat ab und zu Albträume, aber wenn sie so oft vorkommen, dass man nicht mehr durchschlafen kann und schon Angst vor dem Bett bekommt, werden auch sie zu einer psychischen Störung.

Folgen für den Alltag

Die Insomnie ist weit mehr, als sich mal müde zu fühlen, sie bedeutet, dass man seinen Alltag nicht mehr leben kann. Nicht nur Aggressionen gegenüber Freunden und Verwandten können entstehen, es kann so weit gehen, dass man nicht mehr gefahrlos am Straßenverkehr teilnehmen oder seiner Arbeit nachgehen kann. Ein gestörter Schlaf, dem jede Erholung fehlt, kann zu Vereinsamung und durch die fehlende Erneuerung des Körpers zu einem vorzeitigen Verfall, Burnout oder sogar Herzinfarkt führen.

Es ist daher besonders wichtig, früh auf seinen Körper zu hören und sich wieder gesund zu schlafen. Ich möchte dir dabei mit meinem Schlaf-gut-system helfen.
Schlaf gut!

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